I share

Choreographie von Katja Wachter

Das Wort „teilen” hat eine neue Dimension gewonnen, ähnlich dessen hat das Wort „Freund“ seine Bedeutung in der virtuellen Welt verloren. Wir sind auf dem Weg alles zu teilen: Daten, Musik, Filme, Autos, Nachrichten, Wohnungen, Gärten, Essen, Kleider,  Ideen. Wir teilen uns selbst. Teilen wird weniger zu einem selbstlosen Akt und mehr zu eine narzisstische, obligatorische Angewohnheit da Erfolg nun in „Klicks“ und „Likes“ und „Followers“ bemessen wird. Wir sind damit beschäftigt unendlich Eigenwerbung zu betreiben und teilen uns in zahlreiche Identitäten. Technische Geräte werden zu einem Spiegel in welchen wir Bilder übertragen; es ermöglicht uns, uns selbst anzusehen und unser Spiegelbild zu bearbeiten bis wir es als perfekt erachten. Der dauerhafte Drang alles zu teilen was uns gefällt, was wir erfahren, fühlen, denken scheint eine Verbindung zu der Welt herzustellen, in welcher wir eine Teil von allem und jedem sind. Aber opfern wir die Konversation für eine einfache Verbindung? Das Stück erkundet verschiedene Aspekte der heutigen, teilenden Individuen und deren Situation unter konstantem Druck zu stehen. Sie müssen von so vielen wie möglich gehört und bemerkt werden. Ich teile, deshalb bin ich.

Eine gemeinsamem Projekt von